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GELB - Teil I - Die Farbe der krassen Gegensätze

GELB ist die hellste der drei Grundfarben und archetypisch - also aus unserem kollektiven Ur-Unterbewusstsein heraus - steht es u.a. für das Geistige und die Erkenntnis, sowie Licht, respektive die Sonne. Gelb steht aber auch für Weite und Flüchtigkeit, denn in der Elementenlehre symbolisiert Gelb die nicht "fassbare", flüchtige LUFT. Träumen wir von Gelb, kann das ein Hinweis auf Kommunikation jeglicher Art sein.

Wie bei allen Grundfarben, die untereinander gemischt, Abtönungen oder andere Farben ergeben, gibt es auch bei der Farbe Gelb verschiedene Farbtöne, die unterschiedlich auf uns wirken können. So gehen die Farbnuancen vom grünlich-frisch schimmernden Zitronengelb bis zum rötlich-warmen Goldgelb. Nimmt man es ganz genau, sogar bis ins Orange - nämlich dann, wenn der Rotanteil sehr hoch ist.

Als das "typische" und "positive" Gelb empfinden viele Menschen leicht warme, "güldene" Gelbtöne. Sie erinnern uns an die wärmende, lebensnotwendige Sonne. Wenngleich Sonnenlicht an sich ja nicht gelb, sondern "blendend" weiß ist - es ist die Reflexion des Sonnenlichts, die die Sonnenstrahlen goldgelb wirken lassen. Besonders gut kann man das auf hellen Flächen sehen, wie z.B. auf Schnee, Sand oder hellen Hauswänden. Warme Gelbtöne geben uns ein gutes, wohliges Gefühl, wirken sanft anregend, aufheiternd und auch ein wenig "befreiend".

Hingegen empfinden wir sowohl schrilles, wie auch getrübtes, schmutzig wirkendes als extrem unangenehm. Schon Goethe sagte dazu (Goethes Farbenlehre): "wenn die gelbe Farbe unreinen und unedlen Oberflächen mitgeteilt wird, wie dem gemeinen Tuch, dem Filz und dergleichen, worauf sie nicht mit ganzer Energie erscheint, entsteht eine solche unangenehme Wirkung. Durch eine geringe und unmerkliche Bewegung wird der schöne Eindruck des Feuers und des Goldes in die Empfindung des Kotigen verwandelt und die Farbe der Ehre und Wonne zur Farbe der Schande, des Abscheus und Mißbehagens umgekehrt". 

Getrübtes Gelb assoziieren wir also eher u.a. mit Neid, Eifersucht, Egoismus, Geiz, Falschheit und sogar Wahnsinn. Letzteres ist sogar durch Beobachtungen von Psychologen empirisch belegt! Man hat nämlich festgestellt, dass schizophrene Menschen eine ausgesprochene Vorliebe für die Farbe Gelb haben. Und wenngleich bis heute nicht belegt ist, an welcher, bzw. welchen psychischen Erkrankung/en z.B. Van Gogh (30. März 1853 - 29. Juli 1890) litt, ließe seine Vorliebe für die Farbe Gelb in seinen Gemälden durchaus einen Hinweis auf Schizophrenie (*) zu.

Schaut man hingegen zu lange auf ein schrilles Gelb, kann einem sogar körperlich richtiggehend übel werden! Man verwendet es gerne als Warnfarbe in Verbindung mit Schwarz, was die Leuchtkraft von Gelb noch verstärkt, wenn es sich um Gifte oder Gefährliches handelt. Besonders Schwefelgelb wird in der Farbsymbolik mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Auch in der Sprache findet sich das ambivalente, respektive negative Verhältnis zur Farbe Gelb wieder: In England bezeichnet man die Klatschpresse als "Yellow Press", denn "yellow" deutet nicht nur gelb, sondern umgangssprachlich auch "feige". Wer in Frankreich mit einem unechten, aufgesetzten Lachen durch die Welt geht, lacht "gelb" (rire jaune). Und wem die (gelbe) "Galle hochkommt" ist "teuflisch" zornig!

Mir persönlich verschafft es zum Beispiel höchstes Unbehagen, lange auf eine rein gelbe Fläche zu sehen, verspüre eine große Unruhe, ja beinahe Aggression. Dem Maler Wassily Kandinsky (16. 12. 1866 - 13.12.1944) ging es wohl ähnlich. In seinem Buch "Das Geistige in der Kunst" bewertet er Gelb als vorwiegend negativ: "Es beunruhigt den Menschen, sticht, regt ihn auf und zeigt den Charakter der in Farbe ausgedrückten Gewalt, die frech und aufdringlich auf das Gemüt wirkt." Es kann sich zu einer für Auge und Gemüt unerträglichen Höhe und Kraft steigern und "könnte als die farbliche Darstellung des Wahnsinns wirken."

Auch wenn dies eine subjektive Empfindung ist, kann ich sie durchaus nachvollziehen. So verwende ich persönlich reines Gelb in meinen Gemälden und Objekten nur sehr sparsam, z.B. um vereinzelte Lichteffekte zu schaffen, großflächiger hingegen meist nur in abgetönter Form, entweder einem frühlingsfrischen limonengrün oder unterschiedlich starken Orange-Tönen. Ganz selten auch pastelliges Hellgelb, als "heiterer", leichter Hintergrund für andere Farben.

Rockabilly-Kult, Upgrading Nähtischchen, Manuela Engelhardt

Farbe des Lichts:

Götter, Heilige und große Figuren vieler Kulturen wurden und werden mit Gelb, respektive "Goldgelb" und damit Licht und Sonne in Verbindung gebracht. In der griechischen Mythologie ist es der Sonnengott Helios (griech. = Sonne), der den Sonnenwagen mit vier Pferden über den Himmel lenkte. Apoll, ein Sohn des Zeus und einer der 12 olympischen Götter ist in all seiner Vielfältigkeit auch der Gott des Lichts. Und aus der römischen Antike geht der Sonnengot "Sol" hervor. Doch auch der germanischen Göttin Freya (auch Freia oder Freyja - altnordisch steht für „Herrin“) wird Die Farbe Gelb zugeordnet. Sie ist u.a. die Göttin der Liebe, des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Die nordische Göttin symbolisiert Wachstum. In Asien war und ist Gelb die Farbe schlechthin und bedeutet immer Gutes! Hier wird sie verbunden mit Harmonie, Weisheit, Mitte, Ruhm und Glück.

Farbe der Geächteten:

Im Mittelalter gab es aufgrund der unterschiedlichen Gesellschaftsstände eine Vielzahl von streng reglementierten Kleiderordnungen, die auch verschiedene Farben mit einschloss. Gelb war dabei eine Schandfarbe. So mussten Prostituierte im 15. Jahrhundert nach der habsburgischen Kleiderordnung ein gelbes Koptuch tragen, nach einem Leipziger Gesetz gleich einen großen gelben Umhang. Nach Gesetzen anderer Regionen wurden Huren dazu verdonnert, ihre verwerfliche Tätigkeit durch gelbe Schuhbänder, gelbe Schleier oder gelbe Kleiderbesätze zu offenbaren.

Doch auch Frauen mit unehelichen Kindern mussten ihre "Schande" durch gelbe Kleidung öffentlich zur Schau stellen, je nach Region, z.B. durch das Tragen einer gelben Haube, wie eine Verordnung in Freiburg belegt.

Die Liste der mit Gelb gekennzeichneten Geächteten geht weiter! Ein gelbes Kreuz mussten zum Tode verurteilte Ketzer auf dem Weg zu Ihrer Hinrichtung tragen und wer Schulden hatte, musste seine Kleidung mit großen gelben Scheiben kennzeichnen. Aus der Gesellschaft Ausgestoßene mussten überdies damit leben, dass man die Türen ihrer Wohnhäuser gelb anstrich.

Es waren schließlich die Christen, die Gelb zur diskriminierenden Farbe der Juden erklärten. So mussten sie ab dem 12. Jahrhundert einen gelben Hut tragen, oder große gelbe Messingringe auf ihre Kleider nähen. Der gelbe Davidstern stigmatisierte die Juden im 20. Jahrhundert abermals - diesmal hielten die Nationalsoziallisten das teuflische Zepter in der Hand!

Gelb ist und war aber auch eine Farbe der Krankheit und Seuche. Wird die gelbe Flagge auf einem Schiff gehisst, so bedeutet das, dass das Schiff wegen einer ansteckenden Krankheit unter Quarantäne steht.

Wie man sieht, ist die Farbe Gelb recht ambivalent und geradezu polarisierend! Darüber, wie man Gelb heute auch in der Farbpsychologie positiv einsetzen kann, schreibe ich in einem meiner nächsten Artikel. Bis dahin, bleiben Sie heiter...
Manuela

         
(*) Definition Schizophrenie: "Die Schizophrenie ist eine psychische Störung, die sich auf die gesamte Persönlichkeit auswirkt. Die Symptome umfassen ein breites Spektrum von Wahnvorstellungen über motorische Störungen bis hin zur Antriebslosigkeit. Menschen mit Schizophrenie leben in einer anderen Welt." (Quelle: https://www.netdoktor.de/krankheiten/schizophrenie/)

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Die Farbe ROT (I) - Warum Sie bei kalten Füßen rote Socken tragen sollten...

Rot ist die Liebe, rot ist das Blut, rot ist der Teufel in seiner Wut (Sprichwort)


Es gibt unzählige Rot-Töne und -Facetten, die alle in Teilen unterschiedliche Aspekte und Wirkungen haben. Eines jedoch ist allen Rot-Tönen gemein: Die Farbe ROT ist die wahrscheinlich älteste Farbe überhaupt, die der Mensch wahrnehmen konnte. Sie gilt als archetypische Urfarbe der Menschheit!

Geschichte & Archetypische Bedeutung:


ROT wurde seit jeher mit Blut, aber auch mit Feuer assoziiert.

So wurden zum Beispiel Neugeborene in Tierblut gebadet, in der Annahme, Stärke und animalische Kräfte würden sich auf sie übertragen. Aber auch die Knochen Verstorbener wurden mit Blut eingefärbt, um die Totengeister zu beschwören. Der rote Lehm, mit dem sich Krieger einrieben - als Ersatzstoff für Blut - sollte Kampfesmut und Tapferkeit in Verbindung mit dem nötigen Touch an Aggressivität verleihen, wenn sie in den Kampf zogen. Ebenso wurden bedeutende Plätze ROT markiert, um sie vor negativen Einflüssen zu schützen.

Feuer wiederum gab Wärme ab, konnte aber auch bedrohlich sein, wenn es außer Kontrolle geriet. ROT ist eine warme Farbe und versinnbildlicht das Element Feuer.

In der archetypischen Symbolik ist ROT eine extrovertierte Farbe, denn ROT zieht stets Aufmerksamkeit auf sich. Deshalb wurde und wird sie auch oft als Signalfarbe verwendet, heutzutage z.B. bei Verkehrsschildern. Und wer heute ROT trägt sagt unbewusst: Hier bin ich! Ist selbstbewusst und wirkt dominant, fordernd und eher sexy, als in einer anderen Farbe. Früher war es ein Symbol von Macht und durfte ausschließlich von Herrschern und dem Adel getragen werden.

Das hing damit zusammen, dass das blaustichige, ins Violett gehende Purpur, das im römischen Reich ausschließlich Caesar vorbehalten war und im Mittelalter der christlichen Kirche, die teuerste Farbe seiner Zeit war und sich nur wohlhabende Menschen leisten konnten.Etwa 9000 - 10.000 Meeresschnecken mussten ihr Leben lassen, um aus deren Drüsensekret in einem höchst aufwändigen Verfahren ein Gramm violett-rotes Purpurrot zu gewinnen. Auch das tief purpurrote Karminrot wurde aus Tieren gewonnen, und zwar aus den Weibchen verschiedener Arten der Kermesschildlaus, die ursprünglich aus Mexiko kam. Das leuchtende Krapprot wiederum wurde auf  ebenfalls sehr aufwändige Weise aus den Wurzeln der Färberröte gewonnen.

Erst um 1850 war man in der Lage, ROT auch künstlich herzustellen. In der christlichen Kirche findet man es noch heute in der Kleidung von Bischöfen. Aber auch der Papst trägt rote Schuhe und einen roten Umhang, allerdings in dem helleren Zinnoberrot, das in diesem Fall wohl sinnbildlich für "Weisheit" stehen soll.

ROT wurde nicht nur als (Über-)Träger von Lebensenergie empfunden, sondern ist auch seit jeher ein Symbol für Liebe, und zwar der aktiven, leidenschaftlichen bzw. erotischen Liebe, die "wie Feuer brennt".  Nicht umsonst sprechen wir z.B. heute noch vom sog. "Rotlichtmilieu".  Im Gegensatz zu einem schwachen, ins Rosa gehende ROT, das eher die tiefe, auch platonische Liebe der Verbundenheit ausdrückt. Unter der jüdisch/christlichen Kirche wurde ROT zur "fleischlichen Sünde" verdammt und im Mittelalter war ROT die Farbe der Hexen! Wenn eine Frau rote Haare hatte, war ihr der Scheiterhaufen praktisch bereits sicher.

ROT ist Emotion in ihrer stärksten Form! Warum ist das so?


Diese Farbe ist Hitze pur! Oder warum wird uns sonst so warm, wenn wir leidenschaftlich lieben, blind vor Wut, oder auch nur verlegen sind? Der Adrenalinspiegel, d.h. Blutdruck, Körpertemperatur, Puls und Atemfrequenz steigen schlagartig an und unsere so gut durchblutete Haut wird rot (Kopf, Genitalien, etc). Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes "heiß".

Daher z.B. auch der idiomatische Ausdruck "Jemand sieht rot", als Ausdruck für blinde Wut.

"StickmanMunich sieht ROT"

Uns wird sogar warm, wenn wir die Farbe ROT nur sehen! Warum ist das so? Nun, die Wellenlängen des für uns sichtbaren ROT liegen direkt neben dem für Menschen nicht wahrnehmbaren, warmen Infrarot. Experimente zeigten, dass Menschen auf rotes Licht, respektive auf die Farbe ROT mit schnellerem Herzschlag und erhöhter Atemfrequenz reagieren. Dadurch wird mehr Sauerstoff im Körper verteilt und die Durchblutung wird erhöht. Das könnte zwar bei Menschen mit ohnehin schon hohem Blutdruck gefährlich werden, allgemein gesprochen steht eine gute Durchblutung jedoch für Energie und Lebendigkeit.

Ohne Witz sollten deshalb Frauen, die bekannterweise häufig unter kalten Füßen leiden, rote Socken tragen! Man sagt sogar, allein die Vorstellung, man trüge rote Socken - hat man gerade keine zur Hand - würde bereits helfen. Ausprobiert habe ich das persönlich allerdings noch nicht. Auch werden rot gestrichene Räume einige Grad wärmer empfunden als neutral gestrichene, weil (messbar!) Blutdruck, Körpertemperatur, Puls und Atemfrequenz steigen.

Mehr über die Farbe ROT, ihre Wirkung auf uns und Einsatzmöglichkeiten in einem meiner nächsten Artikel.

Female Bodylandscape, Acryl auf Holz, 2016, Manuela Engelhardt


Schönes Wochenende und bis zum nächsten Mal ! Manuela


Die Blaue Zitrone

Die Farbpsychologie

Farben wirken auf unser limbisches System im Gehirn, das ist das System, in dem Emotionen entstehen und gesammelt werden - und zwar seit Millionen von Jahren, als "Kommunikation" weitestgehend nonverbal stattfand und Lebewesen Signale aus der Natur erkennen und richtig deuten mussten um zu überleben. Dieses kollektive und oft unterbewusste Wissen der Menschheit ist tief in uns verankert und beeinflusst unser Tun und Handeln, wie auch unsere Emotionen bis heute!

Das trifft auf viele äußere Einflüsse zu und damit auch auf Farben und deren Wirkung. Der Mensch kann also die Wirkung von Farben auf sich willentlich nur schwer beeinflussen. Weiß man um dieses archetypische Phänomen, kann man Farben im Positiven, wie auch im Negativen gezielt einsetzen, respektive etwaig negativen Aspekten entgegenwirken.

Nehmen wir einmal die Farbe GELB. Sie gilt als Symbol für Sonne und Licht. Als Modefarbe kommt sie immer wieder mal bei Sommerkleidern zum Einsatz. Oft greift man auch bei Hausfassaden ganz gerne zu dieser Farbe. GELB kann aber auch recht aufdringlich wirken und hat einen starken Signalcharakter, der in der Vergangenheit "gemobbte" Außenseiter der Gesellschaft stigmatisierte. Noch heute symbolisiert ein Totenkopf auf grellem Gelb "Gefahr", bzw. Gift.

Die blaue Zitrone

Aus unserem kollektiven Ur-Unterbewussten heraus sind Farben Signale für unseren Organismus und wichtige Elemente der Überlebensstrategie. Sie bereiten unseren Körper darauf vor, wie er gegebenenfalls reagieren muss, ob Gefahr droht und welche Reaktion erforderlich ist.

Atelier Manuela Engelhardt - ArtBoxStarnberg

Kommen wir noch einmal auf die Farbe GELB zurück: Stellen Sie sich doch einfach mal vor, sie beißen ganz herzhaft in eine Zitrone. Ihr Körper wird sofort ganz automatisch reagieren - Sie können gar nichts dagegen machen und Ihnen läuft sofort das "Wasser im Munde" zusammen (mir hier beim Schreiben übrigens auch ;-) Ihr Körper stellt sich darauf ein, was auf ihn zukommt, nämlich etwas Saures, denn wir haben bereits vor Millionen von Jahren gelernt, dass gelb-grünliche (Zitrus-)Früchte sauer schmecken. Entweder weil sie von der Natur so angelegt sind, oder weil sie einfach noch nicht reif sind.


Reaktionen auf den Organismus

Nun stellen Sie sich im Geiste mal vor, die Zitrone wäre grau, rot oder gar blau... und Sie werden feststellen, dass Sie dies vielleicht für ein interessantes Kunstobjekt halten, aber in Ihrem Organismus per se keinerlei ähnliche körperliche Reaktionen hervorruft. Wenngleich auch diese Farben natürlich individuelle Reaktionen ausrufen (können), die jedoch in Verbindung mit dem Objekt nicht in der gleichen körperlichen Weise vordergründig wahrnehmbar sind.

Dieses tief verwurzelte "Überlebens-" Wissen und die "Ur-Emotionen", die wir mit einer Farbe verbinden führen dazu, dass Farben einen enormen Einfluss auf unser menschliches Wohlbefinden und Lebensgefühl haben.

So konnte Professor Nils Finsen in seiner Forschungsarbeit über Licht und Farben nachweisen, dass die Farbschwingungen, die auf den menschlichen Körper treffen, deutliche Reaktionen auf unseren Organismus hervorrufen. Finsen erhielt für diese Arbeit übrigens bereits im Jahre 1903 den Nobelpreis für Medizin.

Farben sind Emotion pur!

Farben sind also so viel mehr als - physikalisch gesehen - gebrochenes Licht! Sie sind Emotion pur! Und deshalb haben Farben enormen Einfluss auf Psyche und Körper. So können Farben gleichermaßen unsere Gesundheit unterstützen, wie im schlimmsten Falle Krankheiten begünstigen und sie können innere Harmonie und persönliches Wohlbefinden ebenso herstellen wie beunruhigende Spannungszustände.

An dieser Stelle möchte ich auf ein kleines Phänomen hinweisen, das mich anfangs selbst etwas überrascht hatte und dem ich versuchte, auf den Grund zu gehen. Ich untersuchte quasi mein eigenes "Farbverhalten".

Nachdem ich mein Atelier eröffnet hatte, platzte es bald schier aus allen Nähten, angesichts der vielen verschiedenen Objekte und Werke mit all den kräftigen Farben, die ich vorzugsweise mische und verwende.  Anfangs dachte ich, dass diese Explosion an unterschiedlichsten farblichen Eindrücken auf doch sehr begrenzter Fläche wohl so ziemlich jeden Atelierbesucher "erschlagen" würde. Bis zu jenem Moment, als mir eine mittlerweile treue Kundin einmal eröffnete, dass sie so gerne bei mir im Atelier vorbeischaut, um positive Energie zu tanken!

Wow, dachte ich, vielleicht ein Einzelphänomen?! Nein, gar nicht! Denn in Folge stellte ich auch bei anderen Besuchern fest, dass sie diese geballte Kraft der Farben überhaupt nicht als überladen empfinden, sondern im Gegenteil als überaus stimmungsaufhellend wahrnahmen. Woran lag das wohl?

Nun, offenbar ordnete ich die Farben und Farbfamilien der einzelnen Werke rein intuitiv so an, dass sie harmonisierend wirkten, ohne die Wirkung der einzelnen Farben gegenseitig aufzuheben oder zu überlagern. Und in der Tat, gehe ich im Nachhinein analytisch an die Sache heran, so steht - sehr vereinfacht dargestellt - einem vitalisierenden Rot stets auch ein beruhigendes Blau gegenüber. So besteht weder die Gefahr, dass zu viel Rottöne eine aggressive Stimmung oder Unruhe auslösen könnten, noch dass zu viel Blau lähmend und stimmungsdämpfend wirken könnten.
(Link Atelier Manuela Engelhardt - ArtBoxStarnberg)

Zu Wirkung und Einsatz einzelner Farben und Farbtöne gehe ich in den nächsten Kapiteln ein.

+++    Fortsetzung folgt +++