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GRÜN - Teil I - Die Farbe der Mitte


Grün ist eine Mischfarbe aus Blau und Gelb und vereint damit das Geistige und die Ruhe der Farbe Blau mit der lebhaften, emotionalen Wärme der Farbe Gelb. Somit entsteht eine innere Ausgewogenheit, die harmonisiert, beruhigt und entspannt. Grün ist die Farbe der Mitte, des Ausgleichs und der Harmonie.

Auch wenn es durchaus einige negative Aspekte gibt, ist Grün vorwiegend positiv besetzt. Diese Farbe steht für das Leben, Fruchtbarkeit, Wachstum und die Erneuerung der Natur. In der Elementenlehre symbolisiert sie die Erde, wenngleich Grün auch oft mit grünlich schimmerndem Wasser in Verbindung gebracht wird, das vor Leben strotzt.


"La Bocca Verde", Acryl auf Holz, Atelier Manuela Engelhardt

Grün & Rot

Im Farbkreis stehen sich Rot- und Grüntöne gegenüber. Das harmonisierende Grün ist also die Komplimentärfarbe zum temperamentvollen Rot. Zwar bremst Grün die Farbe Rot etwas aus, ja neutralisiert es geradezu, doch ebenso braucht es die Farbe Rot, um selbst wirken zu können, denn Grün ist eine neutrale, bzw. eher ins Passive gehende Farbe. Im asiatischen Raum steht sie nämlich für Yin, das "empfangende" Weibliche, bzw. die weibliche Urkraft.

Das Wort "grün" kommt übrigens aus dem altenglischen "growen", was soviel wie wachsen oder mit Grün bedecken bedeutet. Und damit wird diese Farbe auch in vielen Kulturen verbunden: Mit Fruchtbarkeit, Wachstum, Erneuerung, aber auch Unreife. Daher kommt auch der Spruch "grün hinter den Ohren sein", wenn jemand noch sehr jung und eben unreif ist.

Grün ist aber auch ein Symbol für Hoffnung und Zuversicht.

Im Mittelalter war Grün übrigens die Farbe der Liebe, respektive ein Symbol einer keimenden Liebe! Doch es war auch die Farbe des Bösen, der Schlangen und Dämonen. Im Christentum trug der Teufel einen grünen Rock!

Heute steht Grün für einen "normalen", d.h. ausgeglichenen, unproblematischen und positiven Zustand. Zusätzlich impliziert es "ökologisches" Bewusstsein, sei es über politische Parteien, sei es durch grüne Gütesiegel.

Grün ist eine "neutrale Heilfarbe"

Auf Körper und Geist hat Grün eine entspannende, harmonisierende und beruhigende Wirkung. Es soll den Blutdruck senken und sowohl bei Müdigkeit als auch bei Schlaflosigkeit helfen. Diese Farbe balanciert Herz und Nieren aus und soll zudem bei Magengeschwüren, Allergien und Ermüdung der Augen positiv wirken. Grün unterstützt dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, lässt Kräfte sammeln und hilft dabei, sich zu regenerieren.

Mental fördert diese Farbe Eigenschaften wie  Zufriedenheit, Toleranz, Ausdauer und Hilfsbereitschaft. In der Therapie kann Grün unterstützend wirken bei Themen wie Befreiung, Loslösen und Wandlung!

Darauf, wie verschiedene Grüntöne auf uns wirken, gehe ich in einem meiner nächsten Artikel ein.

Bis dahin, bleiben Sie entspannt,
Manuela

Die Farbe Blau (II) - Warum liebestolle Frösche blau werden...


Generell assoziieren wir BLAU Im Positiven u.a. mit Stille, Weite, Tiefe - auch emotionale, Entspannung, Stärke, sowie Vertrauen und Verlässlichkeit. Im Negativen verbinden wir BLAU eher mit  Kälte, Distanz, Unpersönlichem, Autorität, Depression und Langeweile.

Hitze vernebelt uns den Verstand, sei es im tatsächlichen Sinne an heißen Sommertagen, oder im übertragenen Sinne, bei Aggression oder starker Emotion (vergl. meine Artikel "ROT -Teil I" und "ROT -Teil II"). Hingegen kühlt uns BLAU - die Lieblingsfarbe der Deutschen (Statista 2017; Quelle: IfD Allensbach 2001) - in jedem Fall ab. Es wirkt entspannend, regenerierend und beruhigend, hilft uns Stress und Hektik abzubauen und unseren inneren Frieden zu finden. Es soll sogar unsere Kreativität und Kommunikationsfähigkeit ankurbeln. Doch Blau wirkt nicht nur auf mentaler Ebene! Auch auf stressbedingte körperliche Beschwerden kann BLAU positiv einwirken und helfen, u.a. Verkrampfungen zu lösen, Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen zu mildern. Die Farbe Blau hat also immer etwas Kühlendes, sowohl psychisch, als auch physisch!

"I've got the blues"

Angeblich fehlt es Menschen, die die Farbe Blau überhaupt nicht mögen, an innerer Ruhe. Andererseits sollte man Blau eher meiden, wenn man ohnehin schon melancholisch, traurig oder gar depressiv ist. Aus dem angelsächsischen Raum kommt der Ausdruck "I've got the blues", frei übersetzt "ich bin traurig". Übrigens hat man wohl festgestellt, das Menschen, die in einer melancholischen Stimmung sind, Blautöne schlechter unterscheiden können. Ein Phänomen, an dessen Ursache man noch forscht. Taucht die Farbe Blau im Traum auf, so kann das auf Introvertiertheit oder sogar Gefühlskälte hinweisen. Je dunkler der Ton, desto mehr spielen ggf. auch Trauer und Angst eine unterbewusste Rolle. Denn ja, je mehr Schwarzanteil im Blau enthalten ist, desto unheimlicher und bedrohlicher wirkt diese Farbe auf uns.

Kleidung und Natur

Während blaue Kleidung bei Männern an erster und bei Frauen - nach Schwarz - an zweiter Stelle steht, sind wir gegenüber blauen Lebensmitteln eher zurückhaltend. Warum ist das wohl so? Nun, Blau kommt in der Natur so gut wie gar nicht vor! Klar, da gibt es Blaubeeren, Pflaumen, Trauben, Auberginen... doch tatsächlich blau sind die allesamt nicht, denn lediglich ihre Haut hat einen gewissen Blauanteil, der jedoch ins Rötliche geht. Und das Fruchtfleisch ist ebenfalls nicht blau, sondern gelblich bis rötlich. Ach ja, da gibt es noch den Blauschimmelkäse, der als hochpreisige Delikatesse gehandelt wird und tatsächlich als solche trotz oder gerade wegen seines modrigen Geschmacks von manchen Menschen - genussvoll?! - verzehrt wird...  Haben wir Menschen doch eigentlich im Laufe der Evolution gelernt, dass intensives Blau in der Natur eher mit Vorsicht zu genießen ist, eben weil verdorbene Lebensmittel oft gesundheitsschädlichen bläulichen bzw. blaugrünen Schimmel generieren und blaue Pflanzen nicht selten giftig sind. Guten Appetit! Eben selbigen soll die Farbe Blau im Übrigen bremsen! Bei Tests fand man heraus, dass Menschen in einem blauen Raum weniger aßen als in andersfarbigen Räumen und dass man sich bei blauen Tellern von vornherein weniger auflädt!

Liebestolles Froschmännchen

Von Fröschen und Menschen...

Was mich direkt auf das heimische Moorfroschmännchen bringt! Diese Spezies wird gerade mal sieben Zentimeter groß und hat recht viel Druck im Frühjahr zur Laichzeit, in der ihm nur wenige Tage bleiben, um sein Erbgut effektiv und sinn-stiftend weiterzugeben, denn es finden regelrechte Massenorgien mit Hunderten von Fröschen in bestimmten Laichgebieten statt. In dieser Zeit färbt sich die Haut des Männchens BLAU - jedoch nicht, wie man meinen könnte, um den Weibchen zu gefallen, sondern um ihre Geschlechtsgenossen im kurzweiligen Liebeswahn von einer etwaigen "Fehlbegattung" abzuhalten. So ist die Farbe Blau bei Moorfröschen also ein gut sichtbares (Abwehr-)Zeichen der Männlichkeit. 


Blau war früher ein Symbol für Weiblichkeit
Nun, auch bei uns Menschen gilt Blau als männliche Farbe. Doch das war nicht immer so. Vom Mittelalter an noch bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts kleidete man Jungs bevorzugt in Rosa ein, während Hellblau die Farbe der Mädchen war. Der Wandel, dass Blau zur Jungsfarbe wurde kam erst in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts zum tragen.

Darüber, warum sich dieser Wandel vollzog kann genüsslich spekuliert werden, vielleicht weil Matrosen und Arbeiter blau trugen, oder weil die Jeanshose anfangs hauptsächlich von Männern getragen wurde. Man weiß es nicht genau.

Aspekte verschiedener Blautöne

Neben Rot und Gelb zählt Blau zu den drei Grundfarben, aus denen alle anderen Farben gemischt werden können. Das heißt, mischt man Rot und Blau erhält man je nach Anteil unterschiedliche Töne, angefangen bei einem leicht rot-stichigen Indigoblau, hin bis zu Lila und Violett. Und je mehr Gelb man zu Blau hinzufügt, desto grünlicher wird es. All diese Mischungen vereinen die jeweiligen Eigenschaften der beiden Farben und haben entsprechend eine unterschiedliche Wirkung auf uns.

In der nachstehenden Tabelle habe ich versucht die unterschiedlichen Aspekte von Blautönen aufzulisten. Leider kann ich die Liste hier nur sehr klein darstellen, eine lesbare Version finden Sie auf meiner Homepage.

Aspekte verschiedener Blautöne


Viel Spaß beim Lesen und bis zum nächsten Mal!
Manuela

Die Blaue Zitrone

Die Farbpsychologie

Farben wirken auf unser limbisches System im Gehirn, das ist das System, in dem Emotionen entstehen und gesammelt werden - und zwar seit Millionen von Jahren, als "Kommunikation" weitestgehend nonverbal stattfand und Lebewesen Signale aus der Natur erkennen und richtig deuten mussten um zu überleben. Dieses kollektive und oft unterbewusste Wissen der Menschheit ist tief in uns verankert und beeinflusst unser Tun und Handeln, wie auch unsere Emotionen bis heute!

Das trifft auf viele äußere Einflüsse zu und damit auch auf Farben und deren Wirkung. Der Mensch kann also die Wirkung von Farben auf sich willentlich nur schwer beeinflussen. Weiß man um dieses archetypische Phänomen, kann man Farben im Positiven, wie auch im Negativen gezielt einsetzen, respektive etwaig negativen Aspekten entgegenwirken.

Nehmen wir einmal die Farbe GELB. Sie gilt als Symbol für Sonne und Licht. Als Modefarbe kommt sie immer wieder mal bei Sommerkleidern zum Einsatz. Oft greift man auch bei Hausfassaden ganz gerne zu dieser Farbe. GELB kann aber auch recht aufdringlich wirken und hat einen starken Signalcharakter, der in der Vergangenheit "gemobbte" Außenseiter der Gesellschaft stigmatisierte. Noch heute symbolisiert ein Totenkopf auf grellem Gelb "Gefahr", bzw. Gift.

Die blaue Zitrone

Aus unserem kollektiven Ur-Unterbewussten heraus sind Farben Signale für unseren Organismus und wichtige Elemente der Überlebensstrategie. Sie bereiten unseren Körper darauf vor, wie er gegebenenfalls reagieren muss, ob Gefahr droht und welche Reaktion erforderlich ist.

Atelier Manuela Engelhardt - ArtBoxStarnberg

Kommen wir noch einmal auf die Farbe GELB zurück: Stellen Sie sich doch einfach mal vor, sie beißen ganz herzhaft in eine Zitrone. Ihr Körper wird sofort ganz automatisch reagieren - Sie können gar nichts dagegen machen und Ihnen läuft sofort das "Wasser im Munde" zusammen (mir hier beim Schreiben übrigens auch ;-) Ihr Körper stellt sich darauf ein, was auf ihn zukommt, nämlich etwas Saures, denn wir haben bereits vor Millionen von Jahren gelernt, dass gelb-grünliche (Zitrus-)Früchte sauer schmecken. Entweder weil sie von der Natur so angelegt sind, oder weil sie einfach noch nicht reif sind.


Reaktionen auf den Organismus

Nun stellen Sie sich im Geiste mal vor, die Zitrone wäre grau, rot oder gar blau... und Sie werden feststellen, dass Sie dies vielleicht für ein interessantes Kunstobjekt halten, aber in Ihrem Organismus per se keinerlei ähnliche körperliche Reaktionen hervorruft. Wenngleich auch diese Farben natürlich individuelle Reaktionen ausrufen (können), die jedoch in Verbindung mit dem Objekt nicht in der gleichen körperlichen Weise vordergründig wahrnehmbar sind.

Dieses tief verwurzelte "Überlebens-" Wissen und die "Ur-Emotionen", die wir mit einer Farbe verbinden führen dazu, dass Farben einen enormen Einfluss auf unser menschliches Wohlbefinden und Lebensgefühl haben.

So konnte Professor Nils Finsen in seiner Forschungsarbeit über Licht und Farben nachweisen, dass die Farbschwingungen, die auf den menschlichen Körper treffen, deutliche Reaktionen auf unseren Organismus hervorrufen. Finsen erhielt für diese Arbeit übrigens bereits im Jahre 1903 den Nobelpreis für Medizin.

Farben sind Emotion pur!

Farben sind also so viel mehr als - physikalisch gesehen - gebrochenes Licht! Sie sind Emotion pur! Und deshalb haben Farben enormen Einfluss auf Psyche und Körper. So können Farben gleichermaßen unsere Gesundheit unterstützen, wie im schlimmsten Falle Krankheiten begünstigen und sie können innere Harmonie und persönliches Wohlbefinden ebenso herstellen wie beunruhigende Spannungszustände.

An dieser Stelle möchte ich auf ein kleines Phänomen hinweisen, das mich anfangs selbst etwas überrascht hatte und dem ich versuchte, auf den Grund zu gehen. Ich untersuchte quasi mein eigenes "Farbverhalten".

Nachdem ich mein Atelier eröffnet hatte, platzte es bald schier aus allen Nähten, angesichts der vielen verschiedenen Objekte und Werke mit all den kräftigen Farben, die ich vorzugsweise mische und verwende.  Anfangs dachte ich, dass diese Explosion an unterschiedlichsten farblichen Eindrücken auf doch sehr begrenzter Fläche wohl so ziemlich jeden Atelierbesucher "erschlagen" würde. Bis zu jenem Moment, als mir eine mittlerweile treue Kundin einmal eröffnete, dass sie so gerne bei mir im Atelier vorbeischaut, um positive Energie zu tanken!

Wow, dachte ich, vielleicht ein Einzelphänomen?! Nein, gar nicht! Denn in Folge stellte ich auch bei anderen Besuchern fest, dass sie diese geballte Kraft der Farben überhaupt nicht als überladen empfinden, sondern im Gegenteil als überaus stimmungsaufhellend wahrnahmen. Woran lag das wohl?

Nun, offenbar ordnete ich die Farben und Farbfamilien der einzelnen Werke rein intuitiv so an, dass sie harmonisierend wirkten, ohne die Wirkung der einzelnen Farben gegenseitig aufzuheben oder zu überlagern. Und in der Tat, gehe ich im Nachhinein analytisch an die Sache heran, so steht - sehr vereinfacht dargestellt - einem vitalisierenden Rot stets auch ein beruhigendes Blau gegenüber. So besteht weder die Gefahr, dass zu viel Rottöne eine aggressive Stimmung oder Unruhe auslösen könnten, noch dass zu viel Blau lähmend und stimmungsdämpfend wirken könnten.
(Link Atelier Manuela Engelhardt - ArtBoxStarnberg)

Zu Wirkung und Einsatz einzelner Farben und Farbtöne gehe ich in den nächsten Kapiteln ein.

+++    Fortsetzung folgt +++

Farben: Hintergründe, Einsatz und Symbolik

www.ateliermanuelaengelhardt.de


Unglaublich aber wahr: "Farben" per se gibt es gar nicht! Sie entstehen erst in unseren Köpfen und stellen letztlich lediglich Schwingungen im Licht dar, die durch unsere Augen erst in unserem Gehirn "Gestalt" annehmen.

Umso erstaunlicher ist es, dass Farben eine enorme Wirkung auf uns haben. In vielerlei Hinsicht. Bewusst nehmen wir das meist gar nicht wahr! Die Werbung macht sich diese Tatsache zum Beispiel seit vielen Jahren zu Nutzen und spricht unser "Unterbewusstsein" mit Hilfe von Farben gezielt an! Aber auch im medizinischen Bereich finden Farben Anwendung - denn: Farben können auch heilen!

Natürlich ist unser persönliches Farbempfinden auch geprägt von persönlichem Geschmack, dem kulturellen Hintergrund oder bestimmten Erlebnissen. Doch sehr viel weniger, als wir vielleicht annehmen! 

Hier entsteht ein Blog, in dem ich regelmäßig Wissenswertes und Interessantes über Farben und Farbpsychologie veröffentlichen werde. Basiswissen zur Farbenlehre findet Ihr bereits hier.

Schlagt mir gerne Themen vor, die Euch interessieren.