Die Farbe BLAU (I) - Farbe der Götter, Unendlichkeit & Sehnsucht

Das beruhigende, emotionslose Blau ist in seiner Wirkung auf uns das krasse Gegenteil zum aktiven, leidenschaftlichen Rot. Und Achtung, Blau beruhigt nicht nur auf harmlose Weise, es kann sogar depressiv stimmen! Denn je tiefer und dunkler ein Blauton ist, je "schwärzer" es wird, um so negativer und bedrohlicher empfinden wir es.

Blau ist eine kalte Farbe. Während ein roter Raum wärmt, so empfinden wir die Raumtemperatur eines blau gestrichenen Raumes tatsächlich zwei bis vier Grad kälter, als sie tatsächlich ist. Schon Goethe sagte dazu: " Zimmer, die blau austapeziert sind, erscheinen gewissermaßen weit, aber eigentlich leer und kalt". (Goethe Farbenlehre) "Kalt" und damit "abweisend" bleiben aber auch die Augen, will man seinem/r Liebsten treu bleiben... Blau gilt also auch als Symbol der Treue, als "Farbe der abweisenden Augen". Daher kommt auch z.B. der Brauch, einen Verlobungsring mit einem blauen Saphir zu versehen.

In der westlichen Elementenlehre wird BLAU dem kühlenden Element Wasser - damit auch dem Eis - zugeordnet. Wir assoziieren es aber auch mit der Weite des Himmels. Denken Sie nur daran, was für ein wohliges, beruhigendes Gefühl es ist, in einer Sommerwiese zu liegen und in den blauen Himmel zu schauen! Ein idealer Zustand, um in Tagträumen zu schwelgen und sich ein wenig Auszeit vom Alltagstrubel zu gönnen! Mit Bau assoziieren wir also auch Ferne und Unendlichkeit.

Geschichte & Archetypische Bedeutung:

Götter und Heilige tragen in vielen Kulturen seit jeher stets blaue Gewänder, ob im alten Babylonien oder Persien wie auch die Nilgötter Ägyptens. Auch indische Götter haben eine blaue Haut und der blaue Elefant ist ein Symbol der Erleuchtung. Im Hinduismus stellt man sich den Anfang der Welt als blaues Licht vor. In der christlichen Welt trägt die Jungfrau Maria einen weiten, blauen Mantel und der Hintergrund kirchlicher Gemälde wurde oft in Blau dargestellt, als Metapher für das Göttliche bzw. Übersinnliche.

Nicht umsonst schwelgten deutsche Dichter im Dunst der "Blauen Blume" der Romantik. Denn Blau steht für seelische Tiefe, Unendlichkeit, Sehnsucht aber auch Hoffnung. Das Motiv der "Blauen Blume" wird vom deutschen Dichter Novalis, respektive Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (1772-1801), in seinem nicht vollendeten, im Mittelalter spielenden Roman "Heinrich von Ofterdingen" beschrieben. Die Hauptfigur des Werkes, der Minnesänger Heinrich, wird darin auf wundersame Weise von einer blauen Blume angezogen. Sie wurde in Folge das Sehnsuchtssymbol der Romantik. Symbolisch steht die "Blaue Blume" also für die Sehnsucht nach etwas, was schwierig zu erreichen ist.

"Blaue Kornblume" auf Fassboden, Upcycling-Objekt, Manuela Engelhardt

Wer mehr über die "Blaue Blume" erfahren möchte, findet dies sehr ausführlich u.a. hier

Gewinnung & Herstellung:

Das Indigo-Blau ist ein sehr angenehmes, kräftiges, doch nicht zu dunkles Blau knapp an der Grenze zum Violett. Die Indigopflanze ist ein tropischer Hülsenfrüchtler, dem man die blaue Farbe nicht direkt ansehen kann. Erst in einem aufwändigen Verfahren wird sie auch mit Hilfe von Sauerstoff (Oxidation) gewonnen. Nachweislich wurde der Indigostrauch - ursprünglich aus Indien stammend - bereits 2500 v. Chr. in Ägypten kultiviert. Überhaupt waren es die alten Ägypter, die wohl erstmals in der Lage waren, grüne und blaue Farbpigmente auch aus Steinen, respektive Mineralien zu gewinnen., wie z.B. dem tiefblauen Schmuckstein Lapislazuli.

Bis zum 12. Jahrhundert war der Farbstoff Indigo in Europa eher selten, da nur sehr wenig davon aus  Indien importiert wurde. Es waren schließlich die Niederländer, die ihn ab ca. 1600 in größeren Mengen aus Ostindien eingeführt haben. Durch Verbote und Schutzzölle versuchte man vergeblich, den Handel mit dem asiatischen "Billigblau" zu unterbinden. Denn ganze Landstriche lebten bis dahin von der Farbgewinnung aus dem heimischen Färberwaid, der nun verdrängt wurde, was für viele existenzbedrohend war. Färberwaid ist ebenfalls eine Pflanze, die einen zwar chemisch identischen, aber etwas schwächeren Farbton liefert. In Frankreich gibt es einen Ort, wo man den Färberwaid (franz. "Pastel") in kleinen Mengen wieder anpflanzt. Mehrere Jahrhunderte lag der Anbau von Pastel jedoch vollends brach.

Heutzutage stammt der Indigofarbstoff  aus synthetischer Herstellung, die erstmals im Jahre 1878 gelang. Da der Rotanteil beim künstlich hergestellten Indigo-Blau etwas höher ist, wirkt dieses Blau etwas dunkler und violetter als das aus natürlicher Gewinnung.

Die getrockneten, gemahlenen Blätter von Indigopflanzen können übrigens auch zum Haarefärben für Tönungen von Dunkelbraun bis Schwarz verwendet werden und mit anderen Pflanzen wie Henna („schwarzes Henna“) gemischt werden. Darüber hinaus wird das pflanzliche Indigo auch heute noch für das Färben einiger Marken-Jeans verwendet, denn die Qualität des natürlichen Indigo-Blau ist weit höher als die des synthetischen. Wenn man so will, dann ist Indigo also das klassische Jeansblau.

Mehr über die Farbe BLAU, die verschiedenen Blautöne, ihre Einsatzbereiche und Wirkung auf uns in einem meiner nächsten Artikel.



Die Farbe ROT (II) - Warum Sie Ihren Kühlschrank violett einfärben sollten...


Es ist kein Zufall, dass wir uns mit manchen Farben wohler fühlen als mit anderen. Abhängig von unserer Lebenssituation können sich unsere persönlichen Farbpräferenzen im Laufe des Lebens ändern. ROT ist zum Beispiel oft die Lieblingsfarbe von Kindern und manchmal bleibt sie uns als solche erhalten, oder wir greifen zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurück. Träumen wir von ROT, weist dies auf allgemein intensive Gefühle hin, kann Willenskraft, aber auch Vitalität, Sexualität und Leidenschaft symbolisieren.

In jedem Falle haben Farben eine enorme Wirkung auf uns und unsere Psyche, können unsere Stimmung, ja sogar unsere Körperfunktionen beeinflussen. So erhöht ROT angeblich unseren  Stoffwechsel um mehr als 10 %, wirkt motivierend und - wie das Feuer - wärmend. ROT ist also eine "warme" Farbe, das hängt auch damit zusammen, dass ihre Schwingungsfrequenz sehr langsam ist, denn es gilt, je länger die Wellen einer Farbnuance, desto wärmer empfinden wir sie. Im krassen Gegensatz zu Rottönen stehen in diesem Zusammenhang sämtliche Blautöne, die allesamt sehr kurzwellig sind und damit allgemein als "kühl" empfunden werden. Auf die Farbe Blau werde ich in einem meiner nächsten Artikel näher eingehen.

Doch von "welchem" Rot sprechen wir hier eigentlich? Rosa, dem schwächsten aller Rottöne oder Zinnoberrot, Karminrot, Purpur oder Magenta? Letzteres kennt man u.a. von Druckerpatronen. Es ist das sogenannte "reine" ROT, d.h. es hat weder Gelb- noch Blauanteile. Wie bereits in meinem ersten Artikel zur Farbe ROT "Warum Sie bei kalten Füßen rote Socken tragen sollten" erwähnt, gibt es unzählige Rottöne, die in Teilen sehr unterschiedlich auf uns wirken können!

Rosa hinter Schwedischen Gardinen und es gäbe nur noch sanftmütige und harmoniesüchtige Knastbrüder, die sich an Empathie für andere gegenseitig überträfen! Ein violettfarbener Kühlschrank und Ihnen verginge die Lust am Essen, allerdings auch am Sex. Das hängt ganz sicher damit zusammen, dass der Blauanteil sehr hoch ist und die rote Energie beinahe komplett schluckt! Sie können morgens schwer aufstehen? Nun, ein Blick auf einen roten, respektive scharlachroten oder magentafarbenen Gegenstand genügt und Sie schweben beschwingt und gut gelaunt aus dem Bett. Oder Sie zählen jeden Abend Tausende von Schäfchen, werfen sich von einer Seite auf die andere, weil Sie einfach nicht einschlafen können? Hier bewirkt ein Hauch von Purpur wahre Wunder! Vielleicht möchten Sie auch, dass Ihr neues Date Sie super sexy und unwiderstehlich findet? Ziehen Sie sich ein rotes Kleid an und ER sieht nur noch SIE!

Tango Argentino, Acryl auf Acrylglas


In der folgenden Übersicht möchte ich zumindest auf einige Rot-Nuancen näher eingehen.

Bedauerlicherweise  kann ich die Liste hier nicht größer darstellen. In einer lesbaren Größe finden Sie sie jedoch auf meiner Webseite.

Eine größere Ansicht davon erhalten Sie auf meiner Website.

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern & bis zum nächsten Mal!
Manuela